Laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (dgppn) sind jedes Jahr 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen, das entspricht rund 17,8 Millionen betroffenen Personen in Deutschland. Zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählen in Deutschland Angststörungen (15,4 %), gefolgt von affektiven Störungen (9,8 %, davon allein die unipolare Depression: 8,2 %). In diesem Blogbeitrag möchten wir die Gründe für die hohe Prävalenz von Angststörungen (bzw. irrationale Ängste) beleuchten, die Chronifizierung von Angst thematisieren und hilfreiche Lösungsvorschläge anbieten.

Warum sind Angststörungen so häufig?

Angst ist eine natürliche menschliche Emotion, die uns in gefährlichen Situationen schützt. Doch wenn diese Angst übermäßig wird und das tägliche Leben beeinträchtigt, kann sie zu einer Erkrankung werden. Studien zeigen, dass etwa 15-20% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens an einer Angsterkrankung leiden. Zu den häufigsten Formen zählen die generalisierte Angststörung, soziale Angststörung und spezifische Phobien.

Die Gründe für die hohe Verbreitung von Angsterkrankungen sind vielfältig. Stress, genetische Veranlagung, traumatische Erlebnisse und Umweltfaktoren spielen eine entscheidende Rolle. In unserer schnelllebigen und oft unsicheren Welt sind viele Menschen mit Ängsten konfrontiert, die sich aus beruflichem Druck, sozialen Erwartungen oder persönlichen Herausforderungen ergeben.

Die Chronifizierung von Angst

Ein besonders besorgniserregender Aspekt von Angsterkrankungen ist die Möglichkeit der Chronifizierung. Wenn Ängste über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und nicht behandelt werden, können sie sich verfestigen und zu einer chronischen Erkrankung werden. Dies kann zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen und die Betroffenen in ihrem Alltag stark einschränken.

Die Symptome einer chronischen Angststörung können sich in körperlichen Beschwerden, Schlafstörungen und sozialer Isolation äußern. Daher ist es wichtig, frühzeitig zu handeln und sich Unterstützung zu suchen, bevor die Angst chronisch wird.

Lösungsvorschläge bei Angststörungen

Es gibt verschiedene Ansätze, um mit Ängsten umzugehen und deren Auswirkungen zu minimieren. Hier sind einige hilfreiche Strategien:

1. Selbsthilfegruppen und Austausch
Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein. Selbsthilfegruppen bieten einen sicheren Raum, um Erfahrungen zu teilen und Unterstützung zu finden.

2. Entspannungstechniken
Techniken wie Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, Stress abzubauen und die innere Ruhe zu fördern. Regelmäßige Entspannung kann die Symptome von Angst verringern.

3. Körperliche Aktivität
Sport und Bewegung sind hervorragende Mittel, um Stress abzubauen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Schon regelmäßige Spaziergänge können einen positiven Effekt auf die Stimmung haben.

4. Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Es ist wichtig, sich nicht zu scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychologen und Heilpraktiker für Psychotherapie können gezielte Unterstützung bieten und helfen, die Ängste zu bewältigen. Je früher man sich Hilfe holt, desto besser sind die Chancen, die Angst zu überwinden, bevor sie chronisch wird.

Der erste Schritt zur Besserung

Angsterkrankungen sind weit verbreitet und können jeden treffen. Es ist wichtig, sich der eigenen Ängste bewusst zu werden und aktiv nach Lösungen zu suchen. Der erste Schritt zur Besserung ist oft der schwerste, aber er kann auch der wichtigste sein. Scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen und Unterstützung anzunehmen. Sie sind nicht allein, und es gibt Wege, die Angst zu überwinden. Denken Sie daran: Es ist in Ordnung, um Hilfe zu bitten. Ihr Wohlbefinden steht an erster Stelle!